Haarer Grüne für niedrige Kita-Gebühren

In der Stadtratssitzung am 29. September 2026 wurde trotz unseres Widerspruchs gegen die Haarer Familien entschieden: Eltern müssen ab 2027 für Krippen und Kindergartenplätze in Haar 100 Euro pro Monat und Kind mehr bezahlen.

Durch die Reform des BayKiBiG (Bayerisches Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindergärten, anderen Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege) entfällt zukünftig der direkte Elternzuschuss des Landes in Höhe von 100 Euro pro Kind und Monat. Stattdessen erhält die Stadt Haar höhere Direktzuschüsse, die ein Plus von deutlich mehr als 100 Euro pro Kind ausmachen. Die Stadt kann nun selbst entscheiden, ob sie die Mehrkosten der Eltern durch einen Zuschuss ausgleicht.

Genau dies war Thema in der Septembersitzung des Stadtrats. Wir Grünen haben, ebenso wie die SPD, klar dafür plädiert, dass die Stadt diese Mehrbelastung der Eltern abfedern soll, um soziale Härten durch hohe Mehrkosten zu vermeiden. Dies wurde jedoch mit den Stimmen von CSU, UBH und FDP abgelehnt und damit eine faktische Erhöhung der Elternbeiträge um 100 Euro pro Kind und Monat beschlossen.  Die Kürzung des Landes wird in Haar vollständig an die Eltern weitergegeben.

Dadurch steigen die von den Eltern zu zahlenden Beträge zwischen 25% und 200%, je nach Alter und Betreuungsumfang der Kinder. Wir halten diese Zusatzbelastung für viel zu hoch. Etliche Eltern werden sich überlegen müssen, ob sie sich den Kita-Platz ihres Kindes überhaupt noch leisten können. Gerade für diejenigen, die in Teilzeit arbeiten, stellt sich die Frage: Wie viel von meinem Einkommen bleibt nach Abzug der Kitagebühren überhaupt noch übrig? Lohnt es sich denn noch, arbeiten zu gehen?

Dabei hätte es eine einfache Lösung gegeben. Die Stadt erhält durch die Gesetzesänderung über 1,5 Millionen Euro pro Jahr mehr an Fördergeldern. Mit dieser Summe hätte man leicht die Mehrkosten der Eltern ausgleichen können, es wären dann immer noch 800.000 Euro zusätzlich in der Stadtkasse geblieben. Aber die Mehrheit wollte keinerlei Ausgleich zustimmen und war auch zu Zwischenlösungen nicht bereit.

Eine solche Entscheidung ist vor dem Hintergrund der beklagten Bildungsprobleme (siehe z.B. Ergebnisse der PISA-Studie) und der großen sozialen Bedeutung frühkindlicher Bildung für uns völlig unverständlich. Wir sehen darin einen Beleg für soziale Gleichgültigkeit, die von diesen Parteien ausgeht.