Neues aus dem Stadtrat – Sondersitzung zur B471neu („Autobahnparallele“)

Am 28.10.2026 fand im Haarer Bürgersaal eine gemeinsame Sitzung der Gemeinderäte Kirchheim und Feldkirchen und des Stadtrats Haar statt. Anlass für dieses außergewöhnliche Format war die öffentliche Präsentation des Gutachtens für mögliche Trassen für eine Verlegung der B471 von Aschheim bis zum Autobahnkreuz Süd. Das Gutachten wurde von der Ostallianz, einem Verbund von Gemeinden und Städten im Münchner Osten zur Bearbeitung von Mobilitätsfragen, in Auftrag gegeben. Die Stadt Haar sowie die Gemeinden Kirchheim und Feldkirchen haben das Gutachten mitfinanziert.

In der Untersuchung wurden zwei Trassen genauer betrachtet, nachdem in einer Voruntersuchung weiter mögliche Trassen als nicht realisierbar verworfen wurden. Die Darstellung der Ergebnisse ist hier abrufbar. Die Kosten für eine Verlegung würden sich je nach Trasse auf 50 Mio. € bzw. 90 Mio. € belaufen, viel Fläche versiegeln und keinen nennenswerten Nutzen bringen.

Die Gutachter stellten in ihrem Bericht fest: Die bisher beschlossenen Maßnahmen wie der 8-spurige Ausbau der A99, die neue EBE-4 (Staatsstraße von Feldkirchen an Weißenfeld vorbei) oder andere kleinere Vorhaben würden bereits zu einer Entlastung für die Gemeinden und Ortsteile entlang der B471 führen. Eine Verlegung der B471 hätte – auch aufgrund der dichten Bebauung – keine großen Effekte. In Haar würde der Verkehrsfluss in Ottendichl zwar etwas verringert, an der bereits heute stark frequentieren Vockestraße aber wieder erhöht werden. Im Gebiet von Höhenkirchen würde die B471neu sogar Verkehr von der A99 ziehen und damit das Gegenteil dessen erreichen, was damit bezweckt werden soll.

Angesichts dieses Ergebnisses war es völlig unstrittig, dass die Pläne für eine Verlegung der B471 nicht umsetzbar sind und auch nicht weiterverfolgt werden sollen.

Die Planer verwiesen darauf, dass auch ohne Straßenneubau Entlastungen erreicht werden könnten: Abfahrverbot bei Stau (müsste sowohl bei Routenplanern eingegeben sein als auch von der Polizei kontrolliert werden), Nutzung der Möglichkeit Tempo 30-Abschnitte bei Ortsdurchfahrten einzuführen, sowie bauliche Gestaltungen, die den Charakter einer Ortsdurchfahrt verdeutlichen (z.B. mit Ampel, Verengungen, etc.). Der Bürgermeister aus Kirchheim griff das Thema auf und lobte die Stadt Haar für die Tempo-30-Regelung vor dem Kindergarten in Ottendichl. Wir fordern angesichts der Ergebnisse des Gutachtens auch Tempo 30 vor dem Maria-Stadler-Haus (siehe auch unseren Antrag vom September 2024, der im Stadtrat keine Mehrheit bekam, sowie unseren Bericht auf der Homepage)!

Unser Fazit: Es ist gut, dass die Diskussion über das unsinnige Straßenbauprojekt endlich vom Tisch ist. Jetzt ist es an der Zeit, Maßnahmen ohne Flächenverbrauch zu realisieren, damit die Situation für die Anwohner:innen erträglich wird bzw. bleibt. Auch müssen wir den ÖPNV, Rad fahren und zu Fuß zu gehen noch einfacher, günstiger und attraktiver gestalten, um so den Verkehr zu reduzieren.