Zu Beginn berichtete der Bürgermeister über den Workshop zur Finckwiese. Dieser war ja von vielen eher als „Werbeveranstaltung“ des Investors, denn als Möglichkeit für Bürger:innen zum Mitreden und Mitgestalten empfunden worden. Dennoch gab es eine Reihe von Ideen zu den Themen Verkehr, Nutzungskonzepte für die Gewerbeflächen und zur Grüngestaltung. Die zusammenfassenden Folien warten noch darauf, im Rat verteilt zu werden. Wir bleiben dran.
Auf der Postwiese an der Waldluststraße ist eine Packstation geplant, die Abholwege in Haar hoffentlich verkürzen wird. Diese Packstation ist für mehrere Anbieter angedacht: DHL, Hermes und evtl. weitere.
Die Sanierung der B304 ist nun für Mitte September 2026 zugesagt. Dann wird es endlich das von allen herbeigesehnte innerstädtische „Tempo 50“ geben. Wir fordern außerdem, dass die Radfurten entlang der Straße farbig markiert werden und auch Radwege durchgehend neu geteert werden.
Es wird ein neues Mietradsystem geben, My Radl kommt ab Ende April auch nach Haar. Gut, dass wir wieder eine Mietradangebot haben. Es bleibt die Frage, wie die Stellplätze dann zwischen Scooter und Rädern aufgeteilt werden.
In Teilen von Ottendichl wird es vom 23.2. bis zum 10.4. eine Sperrung der Wasserversorgung geben.
Etwas Wirbel hatte die Ankündigung des Rathauses verursacht, zukünftig eine kostenlose juristische Erstberatung anzubieten. Stadtratskollege Gantzer hatte dazu eine Frageliste eingereicht, die beantwortet wurde. Der beratende Anwalt heißt Stephan Spaett. Hintergrund der Fragen ist, ob die Stadt evtl. für die Beratung juristisch haftet. Dies sollte natürlich nicht der Fall sein und sollte vorab geprüft worden sein.
Quartierstromkonzept: Mehr Solarstrom für die Jagdfeldschulen
Der erste reguläre Tagesordnungspunkt war der Beschluss eines Quartierstromkonzepts für den Schulcampus am Jagdfeldring. Was bedeutet das? Schon vor über einem Jahr hatte der Stadtrat eine Untersuchung in Auftrag gegeben, ob wir auf den Dächern von Gymnasium und Grundschule weitere PV-Anlagen errichten können und dann ein gemeinsames Stromverbrauchsnetz für alle Schulen, die Turnhallen und das Hallenbad einrichten können. Der große Vorteil eines gemeinsamen Netzes wäre, dass wir einen hohen Anteil des erzeugten Stroms direkt selbst verbrauchen könnten.
Leider machte uns ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erst einmal einen Strich durch die Rechnung – warum, das ist kompliziert. Jedenfalls mussten wir umplanen und die Stromversorgung des Gymnasiums vom Rest getrennt halten. Dafür liegen nun neue Pläne vor, die wir nahezu einstimmig verabschiedeten. Der Eigenverbrauch bleibt hoch, es werden Einsparungen von ca. 26.000€ pro Jahr erwartet: Regenerative Energien lohnen sich!
Auf die Nachfrage unseres Fraktionsvorsitzenden Mike Seckinger wurden bestätigt, dass die Haarer Stadtwerke die Errichtung und den Betrieb des Quartierskonzepts als „Kontraktor“ übernehmen sollen. Auf unsere Anregung hin, wird geprüft, ob das Schulzentrum im Katastrophenfall als sogenannter Leuchtturm geeignet ist. Also als Ort, an dem es Strom und Wärme gibt, sollte die Stromversorgung länger ausfallen.
Danach wurde ein juristischer Vertrag einstimmig beschlossen, damit es bei der Geothermie weitergehen kann: Haar und die anderen Kommunen, die an der Fördergesellschaft Geothermie-München-Ost GmbH & Co. KG beteiligt sind, müssen diese formal mit der Wahrnehmung der Tätigkeit die Aufgabe der Daseinsvorsoge, Wärmeenergie für die Bürger:innen bereitzustellen, betraut werden. Nur dann können beispielsweise Fördermittel beantragt werden.
Gute Idee „Stadtwald“
Der auf der Bürgerversammlung beschlossene Antrag, einen Stadtwald im Südteil der Finckwiese zu planen, war noch zu beraten. Hierzu hatten wir schon einen kurzen Beitrag veröffentlicht. In der Stadtratssitzung am 24. Februar 2026 ging es um den Antrag der Bürgerinitiative Finckwiese, einen Stadtwald auf dem südlichen Teil der Finckwiese zu errichten. Es wurde im Stadtrat beschlossen diese Idee im Rahmen der Aufstellung de Bebauungsplans zu berücksichtigen und zu bewerten. Ob es einen Wald dort geben wird, wird also erst in mittlerer Zukunft entschieden werden.
Andreas Bukowski sagte, er finde die Idee des Stadtwaldes generell gut und wolle gerne mit anderen Eigentümern über potentielle Standortflächen reden. Da dieser Hinweis im Beschluss nicht enthalten war, regte Mike Seckinger für die Grünen an, dies noch entsprechend zu ergänzen. Konkret ging die Erweiterung dahin, dass eventuell auf Flächen des Bezirks ein Stadtwald errichtet werden könnte.
Bei der Abstimmung, ob dieser Zusatz im Beschluss ergänzt wird, stimmte die Mehrheit (16:14) für die Ergänzung, die CSU und der Bürgermeister selbst jedoch dagegen. Dies verwunderte umso mehr, da er vorab die Idee der Grünen noch als seine eigene angepriesen hatte.
Neubaugebiet #5 in München Riem
Schließlich wurde noch über das in München-Riem geplante neue Quartier Nr. 5 am Riemer Park beraten (nicht zu verwechseln mit der Bebauung des Rappenweges). Da dort stark verdichtet gebaut werden soll, bis zu 14 Stockwerke sind geplant, gab es reichlich Kritik aus dem Stadtrat. Zeitweise glitt die Diskussion in ein allgemeines Hochhaus-Bashing ab und man spürte, dass es leichter ist, Planung in der Nachbarstadt zu kritisieren, als beispielsweise eigene Pläne für bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln. In einer Stellungnahme wurde Kritik geübt. Den Hinweis auf den schnellen Radweg haben wir selbstredend mitgetragen. Die Kritik an der Höhenentwicklung fanden wir übertrieben.
Dann wurde noch berichtet, dass die Kita im kbo zumache. Eine große Anzahl der Kinder, die von der Schließung betroffen sind, wohnen nicht in Haar, für die meisten Kinder wäre ein Platz in anderen Einrichtungen gefunden.







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