In der jüngsten CSU-Zeitung (irreführend „Haarer“ genannt), wurde ein Artikel über die Stadtfinanzen veröffentlicht. An sich eine wichtige Information, wenn nicht falsche und veraltete Zahlen verwendet worden wären – und aus diesen falschen Zahlen leider dann auch fragwürdige Schlussfolgerungen gezogen wurden.
Steuer-Einnahmen: 10 Mio „weggezaubert“

Lückenhaft und überholt: 45,8 Mio € im CSU-Blatt

Aktueller Stand der Prognose: ca. 54 Mio €
Ein traurig dreinblickender Trachtenbub schaut im CSU-Artikel auf die linke Graphik der städtischen Einnahmen, die sich zu 45,8 Mio € addieren. Das Tortendiagramm „vergisst“, dass die Schlüsselzuweisungen (Ausgleichzahlungen vom Land) schon vor Monaten von 7 Mio auf 10,9 Mio € erhöht wurden. Es lässt zusätzliche Einnahmen wie z.B. die Einkommenssteuer-Ersatzleistungen (Erklärung) einfach weg (2,5 Mio €) und ignoriert, dass die Kämmerei bereits eine deutlich höhere Gewerbesteuerprognose veröffentlicht hat. Insgesamt kann Haar für 2025 mit 53-56 Mio € Steuereinnahmen rechnen, ein solider Wert, auch im Vergleich mit vielen Nachbargemeinden.
Rücklagenprognose: Mit alten Daten 50 Mio „vergessen“

Vergleich der überholten CSU-Zahlen mit dem aktuellen Prognosestand Anfang 26
Eine weitere Graphik im CSU-Artikel zeigt die angeblich rasch schrumpfenden Rücklagen Haars. Hier hat der Autor veraltete Daten von 2025 verwendet, obwohl die neuen Zahlen für 2026 schon seit zwei Monaten vorliegen. Für das Jahr 2024 wurden inzwischen offiziell 44 Mio € Rücklagen endabgerechnet (statt 31 wie in der veralteten Graphik). Die Prognose für 2025 stieg von 29 auf 46 Mio €, die Schlussabrechnung wird aller Voraussicht nach eher noch besser ausfallen.
Die Prognose für 2026 hat sich von 12 auf 29 Mio € erhöht, obwohl umfangreiche und wünschenswerte Investitionen beschlossen sind, die die Rücklagen schmälern. Übrigens: Alle Werte außer „2024“ sind Zwischenstände, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach noch erhöhen werden.
„Armenhaus“ Haar
Zum Abschluss versteigt sich der Artikel zu der Behauptung, Haar wäre das „Armenhaus im Landkreis München.“ Wenn man dieses diskriminierende Wort unbedingt verwendet will, dann schaue man nach Schäftlarn oder Sauerlach. Haar hingegen hat ausgeglichene Haushalte, kaum Schulden und ca. 50 Mio € Rücklagen: Eine Finanzlage auf die 90% aller bayerischen Kommunen neidisch wären.
Die Absicht hinter dem Schlechtrechnen
Leider hat dieses Schlechtrechnen und Schlechtreden der finanziellen Lage Haars durch die CSU Methode. Immer wieder redet diese Partei und ihr Bürgermeister so, als ob Haar kurz vor der Insolvenz stünde. Wir Grünen können nur vermuten, dass dies – neben „Begründung“ für überzogenen Einschnitten bei Sozialleistungen – dazu dient, die fragwürdige Entwicklung der Finckwiese als reines Gewerbegebiet möglichst schnell durchzudrücken; selbst konstruktive Kritik abzuwürgen und berechtigte Einwände mit dem Hinweis auf einen vermeintlichen Zeitdruck zu übergehen.
Dabei macht es doch einen enormen Unterschied, ob Haar als vermeintlich bankrottnaher Bittsteller nach jedem noch so fragwürdigen Investor greifen muss oder selbstbewusst die Auswahl treffen kann, welches Unternehmen zur Stadt passt und welches eben nicht.
Wir Grünen bleiben dabei: Ein lebendiges Quartier wie die Finckwiese muss als Mischgebiet entwickelt werden, auch um Entwicklungs-Optionen offen zu halten.







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