Neues aus dem Stadtrat – 19. Mai 2026

In der ersten regulären Stadtratssitzung nach der Wahl am 19. Mai 2026  standen nicht allzu viele Punkte auf der Tagesordnung.

Zu Beginn dankte der Bürgermeister im Namen des Stadtrats Ulrich Leiner und Katharina Dworzak für ihre Arbeit als zweiter bzw. dritte Bürgermeister:in in der vergangenen Amtszeit. Den Blumenstrauß haben wir mit einem freundlichen Lächeln gerne angenommen, es bleibt jedoch die verstörende Entwicklung, dass bei der Neuwahl weder Frauen und Grüne oder SPD eine Wahlchance hatten, die CSUBH ist ungebremst durchmarschiert.

Bei den Vormerkungen für das nächste Kitajahr können die Kindergartenwünsche nach jetzigem Stand alle erfüllt werden, bei den Krippenplätzen wird es hingegen knapp. Es fehlen noch ca. 25 Krippenplätze.

Die Spielwiese des AWO-Horts in der Peter-Henlein-Straße ist kaum noch nutzbar, statt Rasen liegt der Boden blank und ist bei Nässe matschig und dreckig. Die Kinder hatten der Stadt einen selbst gestalteten Brief geschrieben und um Hilfe gebeten, wir werden den Platz nun wiederherstellen lassen.

Das neue Leihradsystem „MyRadl“ ist gestartet und wird zusammen mit den E-Scootern die Mikromobilität auf der letzten Meile auch in Haar stärken.

Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, dem Bibliotheksverband beizutreten und so zusätzlichen Nutzen für unsere Bücherei zu eröffnen.

Danach wurde ein Bauantrag für zwei Wohnblöcke in der Zunftstraße behandelt. Dieser Antrag wurde schon mehrfach im Bauausschuss diskutiert und zweimal einhellig abgelehnt, da der Bauträger 20 Wohneinheiten auf einem ca. 1300 qm Grundstück errichten wollte. Neben der Anzahl der Wohnungen wurde auch die Versiegelung als deutlich zu hoch angesehen.

Nun wurde eine veränderte Planung vorgelegt, die die Zahl der Wohneinheiten von 20 auf 18 und die Wohnfläche von 901 auf 862 qm reduziert. Dieses Bauvolumen schien uns Grünen jedoch immer noch zu hoch, zumindest mitten in Unterhaar, wo eine wesentlich lockere Mischbebauung vorherrscht.

Konkret erklärte Ulrich Leiner, dass der Versiegelungsgrad, also die überbaute Fläche zu hoch sei, sodass der Gartenstadtcharakter verloren gehe und kaum noch Grünflächen übrigblieben, die für die Anpassung unserer Städte an die Folgen des Klimawandels immer wichtiger würden. Um dies zu verdeutlichen, haben wir in dem veröffentlichten Bauplan alle Flächen ausgegraut, die entweder unterkellert oder oberirdisch versiegelt werden. Machen Sie sich selbst ein Bild!

Da es für diesen Bereich Unterhaars keinen Bebauungsplan gibt, muss die Genehmigungsfähigkeit an der Frage „Stehen vergleichbare Häuser in der Umgebung?“ nach §34 Baugesetzbuch, beurteilt werden. Hier wurden zu unserem Erstaunen Vergleichsbauten in über 200 Meter Entfernung genannt. Dieser Abstand erschien uns deutlich zu groß.

Daher haben wir und die SPD-Fraktion den Antrag in der vorliegenden Form abgelehnt, die Mehrheit (CSU, UBH, FDP) haben ihn hingegen befürwortet.

Es soll jedoch nicht der falsche Eindruck entstehen, wir Grünen wären generell gegen Bauprojekte, die neuen, dringend benötigten Wohnraum schaffen. Gerade letzteres haben wir im zurückliegenden Wahlkampf immer wieder gegen die CSU gefordert. Vielmehr muss bei jedem Projekt der soziale Aspekt gegen den ökologischen abgewogen und individuell entschieden werden. Diese Aufgabe nehmen wir ernst.

Bei den „Fragen aus der Mitte“, hakte Ulrich Leiner nach, warum einige Schwimm- und Wassergymnastikkurse der VHS im Konradbad abgesagt wurden. Es stellte sich heraus, dass die Trainer nun eine höhere Rettungsschwimmerqualifikation als bisher benötigten. Die entsprechende Prüfung müsse erst abgelegt werden. Es würde aber versucht, eine Übergangsregelung zu finden.

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