Im Wahlprogramm 2020 haben wir Grüne geschrieben: “Für eine konsequente Energiewende fordern wir: Eine große Photovoltaik-Agri-Freiflächenanlage im Bereich des ehemaligen Kiesabbaus. “
Jetzt hat der Haarer Stadtrat diese grüne Forderung einstimmig umgesetzt. Auf einer großen Fläche am Höglweg, die nach dem Kiesabbau wiederverfüllt wurde, wird eine PV-Anlage mit 18 MW Spitzenleistung gebaut. Ihr Ertrag von circa 18 GWh Strom im Jahr reicht, um ein Viertel des Haarer Strombedarfs zu decken.
Als wir vor zwei Jahren im Rat forderten, die Fläche doppelt, also auch für Landwirtschaft zu nutzen, schallte uns aus den Reihen der CSU ein “So’n Schmarrn brauch ma ned” entgegen. Inzwischen ist einstimmig beschlossen: Unter den Solar-Panelen werden kleinwüchsige Rinder weiden, eine perfekte Win-Win-Lösung!
Darüber hinaus haben wir auch die Bürgerbeteiligung durchgesetzt. Haarer Bürger:innen können in die Solaranlage investieren und sind am Ertrag beteiligt. Leider war nur ein Nachrangdarlehen möglich, wir hätten direkte Anteile oder ein Genossenschaftsmodell bevorzugt. Aber dennoch, es wird ein Projekt, an dem viele im Ort teilhaben!
Wie geht es weiter?
Die Energiewende bliebe unvollständig, wenn nicht auch die Verteilnetze ausgebaut und noch weitere Energiespeicher installiert würden. Die neue PV-Anlage muss daher möglichst bald um eine leistungsstarke Batterie ergänzt werden. Nur so können Ertragsspitzen am Mittag genutzt und Verbrauchsspitzen am Abend kostengünstig abgesichert werden.
Auch wenn die Freiflächenanlage ein großer Schritt hin zur CO2-Reduktion in Haar ist, sie reicht bei Weitem nicht aus. Auf Haarer Dächern ist noch viel Platz für mehr Photovoltaik. Balkonsolar kann nahezu jede:r am Balkon anbringen und die Bestandsanlage in Salmdorf kann ihre Leistung durch “Repowering” mehr als verdoppeln.
Für einen Haarer Klimafahrplan
Obwohl der Gemeinderat schon im Mai 2023 einstimmig beschlossen hatte, “einen gesonderten Fahrplan für laufende und geplante Projekte in den Bereichen Energieversorgung aus regenerativen Quellen, kommunale Wärmeplanung und energetische Sanierung von gemeindlichen Liegenschaften zu erarbeiten”, existiert dieser Klimafahrplan bis heute noch nicht. Hier hinkt Haar vielen Kommunen im Landkreis München hinterher. Nichts gegen Projekte wie die neue Agri-PV und die Geothermie, aber eine Stadt wird ihrem selbst gesteckten Anspruch an Professionalität und Planungsperspektive nur gerecht, wenn solche Projekte in ein zielorientieres Gesamtkonzept eingebettet sind. Außerdem sollten Ratsbeschlüsse nicht einfach ignoriert, sondern umgesetzt werden!







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